Synthetisches Cannabis gegen überaktive Blasentätigkeit getestet

Wenn von Cannabis die Rede ist, denken die meisten an Begriffe wie "Kiffen", "Rausch" oder "Abhängigkeit". Doch Cannabis kann auch zu medizinischen Zwecken eingesetzt werden. Die Deutsche Apotheker Zeitung veröffentlichte im Internet einen Artikel über Münchener Forscher, die "erstmalig einen neuartigen synthetischen Cannabiswirkstoff (Cannabinor) zur Behandlung der überaktiven Blase im Tierversucht getestet" haben. (mehr lesen)

Cannabis auf Dopingliste

Gelegentlicher Cannabiskonsum gilt auch unter Sportlern häufig als Bagatelldelikt. Erscheint plötzlich der Dopingkontrolleur, wird aus dem Spaß jedoch rasch bitterer Ernst. Warum der Cannabis-Wirkstoff THC auf der Liste der verbotenen Substanzen steht, erklärt die Expertin der Nationalen Antidoping-Agentur (Nada) in Bonn, Ulrike Spitz in einem Interview mit Bernd Köble.

Frau Spitz, warum gilt Cannabis als Dopingsubstanz, obwohl es nachweislich nicht leistungssteigernd wirkt?  

Spitz: Weil dopingrelevante Substanzen nach drei Kriterien bewertet werden: Ob sie leistungssteigernd wirken, ob sie gesundheitsschädlich sind und ob sie dem Geist des Sports widersprechen. Nach diesen Gesichtspunkten wird die Liste der verbotenen Substanzen regelmäßig von einem internationalen Gremium aktualisiert und neu hinterfragt. Letztere beiden Kriterien treffen auf Cannabis nach derzeitigem Stand zu.  

Müsste dann nicht auch das Bierchen nach dem Training auf die Dopingliste? Stattdessen werden sportliche Großveranstaltungen von Brauereien gesponsert.  

Spitz: Die Vorgaben bestimmen nicht wir. Die Nada hat sie lediglich umzusetzen. Unsere Aufgabe ist es, Sportler auf die Risiken hinzuweisen und dafür zu sorgen, dass Regeln eingehalten werden. 

Cannabis ist nur im Wettkampf verboten. Nun wird aber wohl kein vernünftiger Sportler im Rauschzustand an den Start gehen wollen.  

Spitz: Es ist kaum möglich, hier zu trennen, da THC sehr lange im Urin nachweisbar bleibt. Deshalb hat man sich auf Grenzwerte geeinigt, die allerdings schon durch Passivrauchen erreicht werden können. Das ist ein Punkt, den jeder Leistungssportler einfach wissen muss. Es gibt im Übrigen sehr wohl Sportarten, bei denen es um Tempo und Risikobereitschaft geht, wo die enthemmende Wirkung von Cannabis durchaus vorteilhaft sein kann.

Ausschnitt aus: www.teckbote.de vom 13.01.2010


Verrückt durch Cannabis

Der Spiegel berichtet in seiner Ausgabe 50/2009 über eine Cannabis-Studie des Londoner Instituts für Psychatrie an 280 Patienten. Die Studienergebnisse zeigen, dass Skunk, eine besonders starke Cannabis-Sorte "siebenmal häufiger psychotische Erkrankungen aus(löst) als normales Cannabis". Dies ist auf den hohen Anteil des bewusstseinverändernden Wirkstoffes THC (Tetrahydrocannabiol) zurückzuführen, der bei Skunk ungefähr 16% beträgt.

Die Cannabissorten hingegen, die vor circa 25 Jahren auf den Markt kamen, besaßen lediglich 4% THC. Heute gibt es nur noch selten Cannabis mit niedrigem Wirkstoffgehalt und wenn, dann wird es meist aus den Resten der Verarbeitung von Pflanzen mit höherem Wirkstoffgehalt gepresst.


Hessen bei Cannabis zurückhaltender

Die Hessen rauchen mehr und greifen häufiger zu Beruhigungsmitteln, trinken aber weniger Alkohol als die Bundesbürger im Durchschnitt . Das geht aus einer Studie hervor, die Hessens Gesundheitsminister Jürgen Banzer (CDU) bei einer Fachtagung der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen in Frankfurt vorgestellt hat. Danach sind die Hessen beim Konsum von Cannabis und anderen illegalen Drogen zurückhaltender als der Rest der Republik. Insgesamt gibt es zwischen den Kasseler Bergen und Odenwald mehr abstinent lebende Menschen und weniger alkoholabhängige Menschen als im bundesweiten Mittel.

Mehr als jeder dritte Hesse raucht (35 Prozent), bundesweit konsumieren 32 Prozent Zigaretten oder andere Tabakwaren. Dafür ist der Anteil der starken Raucher in Hessen deutlich geringer - hier liegt das Verhältnis bei 22 zu 30 Prozent. Knapp vier Prozent der Menschen in Hessen greifen wöchentlich zu Beruhigungs- oder Schlafmitteln, bundesweit liegt der Anteil bei nur zwei Prozent.

 Text: FAZ.NET mit Ilhe


Bundesweite Konzepte und Projekte vorgestellt

Im Rahmen des von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) durchgeführten Projekts AVerCa stellten Fachkräfte praxisorientiert Konzepte und Projekte zur Prävention des Cannabismissbrauchs vor. Einen guten Überblick über deren Inhalte, Zielsetzungen und Abläufe geben die dazu erstellten Powerpoint-Dateien.